Diese Fehler machen viele beim Gießen

Gießen klingt einfach. Doch gerade hier passieren oft kleine Fehler, die großen Schaden anrichten können. Ob Balkonpflanze, Zimmergrün oder Gartenbeet – Wasser ist überlebenswichtig. Aber: Zu viel, zu wenig oder zum falschen Zeitpunkt gegossen? Dann leiden deine Pflanzen. In diesem Artikel zeigen wir dir, welche häufigen Gießfehler du vermeiden solltest – und wie du es besser machst.

Fehler 1: Zu häufiges Gießen

Viele glauben: Viel hilft viel. Doch in der Pflanzenwelt stimmt das nicht. Wer zu oft zur Gießkanne greift, riskiert Wurzelfäule.

Staunässe blockiert nämlich Sauerstoff – und ohne den können Wurzeln nicht atmen. Die Folge: Die Pflanze „erstickt“ langsam.

So machst du es richtig:

  • Fühle mit dem Finger, ob die obere Erdschicht trocken ist.
  • Erst dann gießen – niemals nach Zeitplan!
  • Nutze am besten einen Untersetzer mit Abfluss, damit überschüssiges Wasser ablaufen kann.

Fehler 2: Falsche Uhrzeit

In der Mittagshitze zu gießen ist keine gute Idee. Das Wasser verdunstet schnell und du verbrennst womöglich sogar die Blätter.

Optimal sind diese Tageszeiten:

  • Früh morgens – die Pflanze kann sich den Tag über gut versorgen.
  • Abends – besonders bei großer Hitze, aber nur, wenn die Luft trocken ist, um Pilzbefall zu vermeiden.

Fehler 3: Nur die Oberfläche befeuchten

Oberflächliches Gießen führt dazu, dass die Wurzeln flach bleiben. Die Pflanze wird empfindlicher gegen Trockenheit.

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Besser: Tiefgründig, seltener, dafür durchdringend gießen. So dringt das Wasser tief in die Erde und regt die Wurzeln an, sich dorthin auszubreiten.

Fehler 4: Direkt über die Blätter gießen

Wer von oben über Blätter und Blüten gießt, riskiert Pilzkrankheiten – vor allem bei kühlem Wetter oder wenig Luftzirkulation.

Der beste Weg: Immer bodenah gießen. So bleibt das Blattwerk trocken und die Wurzeln bekommen das Wasser direkt da, wo es gebraucht wird.

Fehler 5: Gleiches Gießverhalten für alle Pflanzen

Ein Kaktus braucht nicht so viel Wasser wie ein Farn. Klingt logisch – wird aber oft ignoriert.

Deshalb gilt:

  • Kakteen & Sukkulenten: Wenig gießen, erst wenn die Erde ganz trocken ist.
  • Tropenpflanzen: Gleichmäßige Bodenfeuchte, oft mit hoher Luftfeuchtigkeit kombiniert.
  • Kräuter & Balkonpflanzen: Je nach Standort täglich bis mehrmals pro Woche, aber nie Staunässe!

Fehler 6: Kaltes Leitungswasser bei sensiblen Pflanzen

Kühles Wasser aus dem Hahn kann einen Kälteschock auslösen. Besonders bei tropischen Arten problematisch.

Ideal: Gießwasser auf Raumtemperatur stehen lassen – oder Regenwasser nutzen. Das enthält auch weniger Kalk und ist somit oft besser verträglich.

Fehler 7: Gießen trotz nasser Erde

Auch im Sommer kann die Erde feucht sein – vor allem in Töpfen mit wenig Durchlüftung oder bei Schattenlagen. Wer trotzdem gießt, sorgt für Überwässerung.

Unser Tipp: Kontrolliere mit einem Holzspieß oder dem Finger das Erdinnere – wirkt die Erde zwei Zentimeter tief noch feucht, brauchst du (noch) nichts zu tun.

Fehler 8: Vernachlässigung während des Urlaubs

Ein häufiger Klassiker: Die Pflanzen werden kurz vor dem Urlaub „ertränkt“. Danach folgen zwei Wochen Trockenheit. Das stresst sie – viele verzeihen das nicht.

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Bessere Urlaubsstrategie:

  • Nachbarn oder Freunde um Hilfe bitten.
  • Selbstbewässerungssysteme oder Tonkegel mit Wasserflasche nutzen.
  • Vorher gut durchdringend gießen und Pflanzen in den Schatten stellen.

Fazit: Achtsamkeit schlägt Routine

Gießen ist keine Nebensache. Es ist eine wichtige Pflegemaßnahme – fast wie ein Gespräch mit der Pflanze. Wer genau hinsieht und auf Signale achtet, entwickelt bald ein Gefühl dafür, was gebraucht wird.

Von der Wahl des richtigen Zeitpunkts bis zum passenden Maß: Mit kleinen Änderungen kannst du deinen Pflanzen dauerhaft gesundes Wachstum schenken – ganz ohne Über- oder Unterversorgung.

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Max T.
Max T.

Max T. ist ein kulinarischer Autodidakt und erfahrener Restaurantkritiker. Er reist gerne und entdeckt die Welt der verschiedenen Küchen und Kulturen.